Archiv des Mecklenburgischen Wörterbuchs

Zettelarchiv für das Mecklenburgische Wörterbuch
Zettelbelege für das Mecklenburgische Wörterbuch

919/20 wurde an der Universität Rostock ein Ordinariat für Niederdeutsche und Niederländische Sprache gegründet. Es war mit der Erwartung verbunden, das schon lange geforderte Mecklenburgische Wörterbuch (MWB) herauszubringen. Richard Wossidlo, zu dieser Zeit schon vorgerückten Alters, trug man diese Aufgabe vergeblich an. So gelangte sie in die Hände des Germanisten und Dialektologen Hermann Teuchert (1880-1972). Dessen Venia wurde im Jahre 1934 um deutsche Sprache und altdeutsche Literatur erweitert, so dass Hermann Teuchert bis weit in die Nachkriegszeit das sprachwissenschaftliche Profil der Rostocker Germanistik prägte. 1965 übernahm Dr. Jürgen Gundlach die Leitung der Arbeiten für das MWB bis zum siebten und letzten, 1992 erschienenen Band. 

Das "Mecklenburgische Wörterbuch" setzt Maßstäbe, da es die Eigenschaften eines großlandschaftlichen plattdeutschen Wörterbuchs mit dem Charakter einer volkskundlichen und im weitesten Sinne historischen Enzyklopädie vereint, die zudem graphisch illustriert ist. Wenn auch Hermann Teuchert ergänzende eigene Erhebungen durchführte und das Wörterbuch verfasste, so stammt doch dessen Quellengrundlage (insgesamt ca. eine Million Belege) weitgehend von Richard Wossidlo, der seine nach Begriffen, Lebensbereichen und Gattungen geordnete Sammlung für das Wörterbuch auszog. Hierfür fertigte er ab den zwanziger Jahren eine halbe Million Zettelabschriften, nunmehr in alphabetischer Ordnung, an. So gab es zeitweilig zwei Zentren für das Wörterbuch: Waren, die Arbeitsstätte Wossidlos, und das Niederdeutsche Seminar der Universität Rostock. Das Forschungsarchiv des MWB gelangte 2001 zum Institut für Volkskunde, so dass beide Archive, das systematisch und das alphabetisch geordnete, zusammengeführt werden konnten.

Zum Archiv des MWB gehören über den Zettelkorpus hinaus ein umfassender Fragebogen- und Wortkartenbestand sowie ein Tonarchiv.