Auflösung des Objektes

Bei dem hier gezeigten Objekt handelt es sich um eine von den Hemdmanschetten Richard Wossidlos inspirierte Papierskulptur des Objektkünstlers und Malers To Helbig. Der in Pinnow bei Schwerin lebende Künstler variierte das Thema in einem Zyklus, der 2014 anlässlich einer Sonderausstellung über Richard Wossidlo im Schifffahrtsmuseum der Hansestadt Rostock zu sehen war. Richard Wossidlo (1859-1939) ist dafür bekannt, im Gespräch mit Informanten möglichst unbemerkt Stichworte auf Papiermanschetten zu notieren, um die Unterhaltung nicht zu stören. Diese Stichworte dienten ihm als Gedächtnisstütze zur Anfertigung seiner Feldforschungsprotokolle, in denen er wesentliche Aussagen zusammenfasste. In späterer Zeit war das Gedächtnis des pionierhaften Feldforschers so sehr trainiert, dass er auf solche und ähnliche "Tricks" verzichten konnte. Das Verfahren war nicht unethisch - wussten doch seine Gewährsleute, dass er Ausschnitte ihres kollektiven Gedächtnisses sammelte. Damals waren auditive Geräte noch nicht im Einsatz. Auch wenn deren Größe im digitalen Zeitalter geschrumpft ist, bevorzugt z.B. der legendäre österreichische Feldforscher und Kulturanthropologe Roland Girtler noch heute handschriftliche Notizen vor jedem Geräteeinsatz, um erst im Anschluss aus dem Gedächtnis zu protokollieren.